Litauen – Beginn der Reise durch das Baltikum

St. Stanislaus in Vilnius ist die Hauptkathedrale des Landes und gilt als das symbolische Zentrum des Katholizismus in Litauen. Hier sind auch die Grabstätten historischer Persönlichkeiten des ehemaligen Großfürstentums Litauen

Im Inneren der Kirche finden sich prachtvolle Skulpturen, Bilder, sakrale Gefäße u.a.m. Ein Besuch des Hauptschiffs und der Seitenschiffe lohnt sich unbedingt

Das Innere eines ganz anderen Gebäudes, der Lituanistik der Philologischen Fakultät an der Universität Vilnius, stellt die 4 Jahreszeiten, verteilt über Decke, Wände und Säulen dar. Das opulente Werk wurde erst zum 400-jährigen Jubiläum der Universität ab 1976 geschaffen

Der Innenhof der Universität ist typisch für den Baustile (besser: die Baustile, Gotik, Barock und Renaissance – je nach Jahr des Baus der einzelnen Gebäude). Arkaden und Spitzbögen sowie die Farben sind wiederkehrende Elemente in dem gesamten Komplex aus 13 Gebäuden und 13 Innenhöfen, die insgesamt über etwa 2,5 Hektar Fläche in Anspruch nehmen

Die Johanneskirche steht im Großen Hof der Universität, wurde Ende des 14. JH gebaut und ist eine Mischung aus gotischem (Korpus) und barockem Baustil (Fassade, Turm)

Die Vilnius-Straße ist im Ausgehviertel die zentrale Gasse mit unzähligen Cafes und Restaurants, die Küche aus aller Welt anbieten. Nach (erschöpfendem) Sightseeing durch die weitläufige Innenstadt mit ihren verteilten Sehenswürdigkeiten ist hier der perfekte Platz, um sich zu stärken

Nur eine halbe Stunde von Vilnius entfernt liegt der Galve-See mit der Hauptattraktion, der Wasserburg Trakai. Ein langer Holzsteg führt zur Burg, die man sowohl außen umrunden als auch innen besichtigen kann – das war für unsere Gruppe leider nicht möglich

Wahlweise kann man sich in einem Boot rund um die Wasserburg auf dem Galve-See schippern lassen. Die Motive in diesem Naherholungs- und Wassersportparadies sind vielfältig, z.B. Wasserburg, Sportboote, kleine Inseln, Wasservögel usw.

Die markante Struktur von Trakai liegt an dem verwendeten Material. Die Basis bilden grob behauene und ansonsten und bearbeitete Feldsteine. Der obere Teil der Mauer mit den Schießscharten und die Türme sind aus den im Baltikum allgegenwärtigen roten Backsteinen (Ziegelsteinen) gebaut

Die Kirche des Heiligen Erzengels Michael in Kaunas ist ein Sakralgebäude im neobyzantinischen Stil und wurde zwischen 1891 und 1895 gebaut. Zunächst war sie eine russisch-orthodoxe Militärkathedrale. In der Sowjetzeit wurde sie als Galerie genutzt. Seit der Unabhängigkeit dient sie als römisch-katholische Garnisonkirche

Die Burganlage von Kaunas wurde im 14. JH ebenfalls aus roten Backsteinen und Feldsteinen gebaut, um sich gegen den Deutschorden zu wehren. Der betrachtete das Großherzogtum Litauen als einen heidnischen Staat und wollte ihn – grob gesagt – zwischen den Jahren 1300 und 1420 unterwerfen, unterlag aber letztlich vernichtend

Das Perkunashaus hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Im 15. JH wurde es als Handelkontor gebaut und bis Mitte des 16. JH als solches genutzt. Im 16. und 17. JH nutzten Jesuiten das Gebäude als Kapelle. Heute ist es eines von vielen Museen in Litauen, die einheimischen Künstlern und ihren Werken diverser Kunstrichtungen (Literatur, Malerei, Bildhauerei) gewidmet sind

Der Hexenpfad wurde 1979 errichtet und führt ca. 3 km entlang eines bewaldeten Weges auf der kurischen Nehrung bei Juodkrante. Damals zeigten ca. 80, überwiegend aus Eichenholz geschnitzte Figuren und Ensembles Figuren wie Hexen, Teufeln und Geistern aus litauischen Sagen, Mythen und Märchen

Diese Figur, der „Wellenmacher“ ergänzte im Jahr 2000 die Ausstellung der Holzfiguren auf dem Hexenpfad. Mittlerweile wird die Anzahl der Holzschnitzereien auf dem Hexenberg auf über 100 geschätzt

Am Ende des Spaziergangs auf dem Hexenberg durch den Wald, der bei Nebel, Regen und Wind sicher den mystischen Charakter der Figuren unterstützen dürfte, verabschiedet eine Gruppe von Tänzern die Besucher.

Mitten auf einer der höchsten Wanderdünen Europas mit ca. 54 m Höhe thront eine Sonnenuhr mit einem 14 m hohen Obelisk als Gnomon (Schattenstab). Die zwei Farben des Obelisken sind der Restauration im Jahr 2011 geschuldet, nachdem ein Orkan den Obelisken im Jahre 1999 abgebrochen hatte

Die eingemeißelten Linien und Stufen rund um den Obelisk zeigen außer den Stunden auch die Tagundnachtgleichen sowie die Sonnenwenden an – eine Meisterleistung an der Schnittstelle zwischen Gnomonik (Wissenschaft der Sonnenuhren und erst seit dieser Reise Teil meines Wortschatzes), Astronomie und Mathematik

Im Künstlerdorf Nida am Ende der Straße durch die kurische Nehrung liegt u.a. das Sommerferienhaus des Dichters Thomas Mann, das – wie sollte es anders sein – ein kleines Museum zu seinen Ehren enthält. Der traumhafte Blick auf Wald, Küste und Meer ist zweifellos gut für die Kreativität i.a., vermutlich auch seiner

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