Felsenkloster, Basaltsäulen-Allee und Brotbacken im Erdofen

Das Kloster Geghard, auch „Kloster des Heiligen Speers“ genannt, in den Felswänden des Azat-Tals. Es wurde im 4. Jahrhundert von Gregor dem Erleuchter, dem Vater der armenischen Kirche, gegründet und ursprünglich vollständig in die Felsen gehauen

Einzelne Treppen führen zu den früheren Teilen des Kloster, das im 12. und 13. JH durch die heute weithin sichtbaren Gebäude ergänzt wurde. Der Legende nach soll die Lanze, mit der Jesus am Kreuz gequält wurde, hierher gebracht worden sein

Mangels Fenstern herrscht in den Räumen des ursprünglichen Felsenklosters eine düstere, mystische Atmosphäre, die die zahlreichen Malereien und Gravuren in einem besonderen Licht erscheinen lässt

Beeindruckend sind auch die reichen Verzierungen im Innern der Räume, die vor über 1.500 Jahren entstanden und bis heute gut erhalten sind

Eine der gewaltigsten „Basaltsäulenausstellungen“ auf der Welt findet sich im Azat-Tal, durch das ein schmaler Weg entlang eines Bachlaufs läuft. Die Fußgänger laufen tunlichst auf der Seite des Bachs – die Schuttberge unterhalb der Basaltsäulen machen Warnschilder an sich überflüssig …

Die Basaltsäulen reichen in mehreren übereinander reichenden Schichten vom Boden aus bis zur Oberkante der Wände in ca. 300 m Höhe. Einzelne 5- und 6-eckige hängende Säulen erreichen die unglaubliche Länge von 50 m – einfach gewaltig

Naturgewalt pur, die zwangsläufig zu den Beinamen „Symphonie der Steine“ oder „Basaltorgel“ geführt hat. Die Optik ist klar – die Akustik kommt vom Plätschern des Wassers des kleinen Bachlaufs parallel zum Weg und der Felswand

Felsen und Steine werden in Armenien auch noch auf andere Weise genutzt. Nach uralten einfachen Rezepten aus Mehl, Wasser und etwas Salz, aber Hefe (Lavash) oder mit Hefe (Matnakash) werden Fladenbrotteige geknetet und ausgerollt, …

… bevor sie in Tonirs oder Tandors (Erdöfen) aus Lehm oder Keramik, die in den Felsboden eingebaut wurden, wenige Minuten gebacken werden. Das Original Lavashbrot ist ein hauchdünner Fladen, der direkt an der Ofenwand gebacken wird, und nur ca. 1 Minute braucht

Nach der Stärkung geht’s zum Garni-Tempel, der ursprünglich im 1. JH, 200 Jahre, bevor Armenien das 1. christliche Land der Welt wurde, von Griechen errichtet wurde. Entsprechend wurde er später als Hellenentempel oder heidnischer Tempel bekannt. der Tempel besticht durch 24 mächtige, ionische Säulen, in deren Nachbarschaft die damalige Königsfamilie ihren Sommerpalast baute

Auch wenn vom Königspalast nur noch Ruinen und Umrisse übrig sind, kann man ermessen, dass der Ausblick in die Azat-Schlucht und das umliegende Gebirge das Beste war, das Armenien vor mehr als 1.500 Jahren an herrlicher Natur zu bieten hatte

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