Gobustan und Umgebung: Felszeichnungen, Schlammvulkane und Feuertempel

Die Berge von Gobustan unweit der Hauptstadt Baku liegen mit 600 m bis 700 m über Meereshöhe bedeutend höher als Baku selbst, das auf -28 m (unter) Meereshöhe liegt. Aber auch in dieser Höhe spät vormittags im September Hochsommer, strahlender Sonnenschein und Temperaturen über 30 Grad Celcius

Die Gegend ist weltberühmt für die größte Anzahl von Petroglyphen an einer Stelle, die bis zu 40.000 Jahre zurückreichen. Insgesamt sind über 6.000 einzelne Felszeichnungen aus unterschiedlichen Epochen gezählt worden

Neben Darstellungen von Menschen sind oft Nutz- und Jagdtiere dargestellt, teilweise gut bis sehr gut erhalten. Im eigentlichen Sinn sind viele „Felszeichnungen“ in Wahrheit Gravuren in dem umgebenden Kalkstein, die die Menschen mit Hammer und Meißel tief genug in den wetteranfälligen graviert haben, um Jahrtausende zu überstehen

Eher selten sind Darstellungen von anderen Gegenständen, z.B. von langen, schlanken Schilfbooten, die u.a. denn Naturforscher Thor Heyerdahl auf den Plan riefen, der versuchte, Zusammenhänge mit Kulturen in anderen Regionen der Welt abzuleiten. Inwiefern das, nahe beim Kaspischen Meer, zu etwas führte, ist fraglich – zumal das Kaspische Meer ein Binnenmeer ist

20 km weiter erwartet einen Besucher eine futuristisch anmutende, an James-Bond-Filme erinnernde Szenerie …

… Halbrunde, großzügig mit Glas verkleidete Gebäude öffnen sich in ein ganz besonderes, kleines Stück Landschaft. Der Gadanke an James Bond ist gar nicht so abwegig: „Die Welt ist nicht genug“ (1999) wurde tatsächlich auf den Ölfeldern ganz in der Nähe von Baku am Kaspischen Meer gedreht

Mit Schlamm gefüllte Löcher im Boden blubbern wenige Male pro Minute sanft vor sich hin, indem Tektonik Druck auf das Gestein in der Tiefe und dort vorkommendes Gas, überwiegend Methan, ausübt

Im Laufe der Zeit sammeln sich die Sedimente an der Oberfläche, die kegelförmig anwächst und weitere, feuchte Sedimente an sich herunterfließen lässt, bis diese dort trocknen

Es entstehend fortwährend wachsende Schlammvulkane, von denen es auf der Welt zwischen 400 und 700 gibt (je nachdem, ob unterirdische bzw. im Meer liegende mitgezählt werden oder nicht). In Aserbaidschan liegen mit 350 bis 400 Schlammvulkane 50% davon, alle in der Nähe des Kaspischen Meeres

In der Anlage liegen rund 20 dieser Vulkane, verbunden durch einen ca. 200 m langen Rundweg, auf dem man Zeuge neu entstehender Erdoberfläche wird

Der Feuertempel Ateshgah von Baku wurde im 17. und 18. JH in der Nähe von Baku, in Surachani, von Hindus und Sikhs an einer Stelle gebaut, die Anhängern des Zoroastriamismus (Feuerkult) als Kultstätte gedient hatte

Die Anlage ist fünfeckig und besitzt einen großen Innenhof. In den zahlreichen Kammern und Zellen wohnten Mönche und Besucher des Klosters (Pilger)

Der Name des Feuertempels leitet sich von dem natürlichen Erdgas ab, das aus dem Boden strömte und ewige Flammen speiste, bis vor wenigen Jahren das versiegende, natürliche Erdgas durch zugeführtes ersetzt wurde.

Wie bei anderen Kirchen und Klöstern im Kaukasus auch, schützten hohe Mauern die heiligen Stätten. Der Schutz vor Angriffen von Persern, Arabern, Mongolen, Seldschuken und Osmanen war ein Grund, die Möglichkeit, die Bevölkerung bei Angriffen von Plünderern und Räubern zu schützen, ein anderer. Drittens wurden religiöse Schätze in diesen Stätten vergleichsweise sicher aufbewahrt

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