Karakol – ehemalige sowjetische, heute kirgisische Provinzstadt

Die Heilige-Dreifaltigkeits-Kirche in Karakol, Kirgisistan, ist eine eindrucksvolle, komplett aus Holz der Tien-Shan-Kiefer errichtete russisch-orthodoxe Kirche. Sie wurde wenige Jahre nach ihrem Bau im Jahr 1869 durch ein Erdbeben zerstört, aber zwischen 1894–1895 neu aufgebaut

Typisch für den russisch-orthodoxen Stil sind die goldenen „Zwiebeln“ (Ziebeltürmchen) und die Kreuze mit zwei oberen und einem unteren, schrägen Querbalken

Bei dem Kaiserwetter in Karakol kommen sowohl die Türme mit ihren Kreuzen als auch die durch die Witterung geprägte,rund 130 Jahre alte Holzfassade sehr gut zur Geltung

Auch an Verzierungen wurde beim Bau bzw. der Restaurierung nicht gespart. Nicht nur die Schnitzereien sind beeindruckend, auch die Tatsache, dass beim (Wieder-)Aufbau der Holzkirche anfangs komplett auf Eisen für Träger und Nägel verzichtet

Der sowjetische Holzbaustil ist noch überall in Karakol, einer an sich schmucklosen, in Quadraten geplanten und gebauten ex- Provinzstadt der Sowjetrepublik Kirgisistan präsent, wird aber mehr und mehr der Verwitterung preisgegeben

Einige der alten Häuser sind noch bewohnt, andere nicht mehr. Ob sie eine Zukunft – ggf. als Ziel für Touristen – haben, ist noch nicht sicher

In zwei, drei der alten Gebäude sind Verwaltungs- und Sozialstellen untergebracht, z.B. in der ehemaligen Bürgermeisterei eine Mädchenschule bzw. ein Treffpunkt für die Dorfjugend der immerhin rund 70.000 Einwohner zählenden Provinzstadt

Der lokale Markt ist recht authentisch, weil nicht allzu sehr von Touristen frequentiert. Das Lebensmittelangebot ist mit unserem weitgehend vergleichbar

Manche Stände üben mit ihrem „Chaos“ einen besonderen Reiz für die Besucher aus; Wellblechwände, klapprige Regale, willkürliche Präsentation von Waren und Warengruppen

Das Prschewalski-Museum, nach Naturforscher und Entdecker Nikolai Prschewalski benannt, liegt zwischen Karakol und Issyk Kul See, nur wenige Kilometer hinter Karakols Stadtgrenze und ist kaum größer als ein „Schmuckkästchen“

Auf Kacheln sind die Entdeckungen von Prschewalski und zeitgenössische Ausrüstungs-, Reit- und Jagdgegenstände sowie Menschen (Forscher, Naturvölker) und das nach ihm benannte kleine Prschewalski-Pferd verewigt

Die Kacheln umrahmen eine Reliefkarte Zentralasiens, das der russische Naturforscher in den 1850er und -60er Jahren bei 5 Forschungsreisen erforschte und kartierte

In Zentralasien spielen die in den gewaltigen Bergen lebenden Steinadler eine große Rolle und werden als Symbol gerne auf Grab- und Denkmälern sowie öffentlichen Gebäuden gezeigt

Viel mehr hat Karakol (leider) nicht zu bieten. Ungewöhnlich für uns westliche Touristen ist eine uigurische Moschee, die weder außen noch innen besonders prunkvoll ist, ganz in ihrem ursprünglichen Sinn, Gebetsstätte für diese Volks- und Glaubensgruppe zu sein

Der blaue Holzturm der Uiguren-Moschee sticht hervor

Das Innere der Moschee ist „zweckmäßig“ ausgestattet, aber, wie gesagt, nicht für Touristen, sondern eine überschaubare Zahl uigurischer Muslime gebaut worden
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