Entlang des Issyk Kul-Sees in Kirgistan

Zwei Bergketten des Tian Shan Gebirges verlaufen parallel im Süden und Norden des Issyk Kul-Sees in Kirgistan, dem zweitgrößten Gebirgssee der Welt. Sie versorgen den See mit reichlich Wasser, und dieser seinerseits die üppige natürliche Vegetation und die weitläufigen Anbauflächen für Obst und Gemüse in der traumhaften Landschaft

Die Felsformation heißt „Gebrochenes Herz“. Gebrochen kann/ muss man auch die Straßen in Kirgistan nennen. Aufgrund der langen, großen Hitze im Sommer halten Asphaltstraßen nicht lange und müssen ständig in Schuss gehalten werden. Versuchsweise werden einige Strecken mittlerweile aus Beton gebaut – bislang mit Erfolg

Bergflüsse bilden malerische Motive …
… und beeindrucken mit ihrem stetigen Fluss an Frischwasser aus den Bergen für den Issyk Kul-See

Mancherorts scheint die Zeit (und mit ihr das eine oder andere Fahrzeug) stillgestanden zu sein. Anders gesagt, leben hier alte Traditionen weiter, z.B. in der Landwirtschaft …

… bei der Nutzung alter sowjetischer, geländegängiger Fahrzeuge …

… und bei den Transportmitteln, die abenteuerlustige Touristen auf Wander- und Kletterstrecken teils zu Fuß, teils zu Pferd begleiten. Zwischen den Touren sei dem jungen Reiter ein Mittagsschlaf hoch zu Ross gegönnt

Eine Spezialität in Kirgistan ist Stutenmilch, die durch fortwährende Gärung des Ansatzes und Nachfüllen mit immer frischer Stutenmilch produziert wird. Im Sommer bei Temperaturen zwischen Mitte 30 °C und 40 °C geht das relativ schnell. Erinnerungen an meine Promotion über Milchsäurebakterien für biotechnologische Zwecke kamen hoch. „Stutenmilch“ wurde dann auch zum Namen der WhatsApp-Gruppe unserer Reisegruppe

Nomaden haben sie einst erfunden und pflegen ihren Bau und ihre Nutzung noch heute: Jurten. Die Felle von früher werden heute z.T. durch Kunststoff ersetzt, die runde Trägerkonstruktion besteht nach wie vor aus biegsamen (Weiden-)Holz, das es in Kirgistan mehr als ausreichend gibt. Das runde Dach wird aus stabilem Birkenholz gefertigt und dient u.a. als Vorlage für den Bau von Häusern und Moscheen, aber auch als Muster für Teppiche und festliche Kleidung

Seit einigen Jahren treffen Tradition, Kultur und Kommerz in schön gelegenen Jurtencamps am Seeufer aufeinander. Je zwei Jurten teilen sich einen Doppelcontainer mit 2 sehr gepflegten Duschen und 2 Toiletten. 2 Jurten dienen als Küche und als Gastraum, wo die Gäste mittlerweile nicht mehr unbedingt traditionell am Boden, sondern auf Stühlen an Tischen sitzen – dem Rücken sei Dank

Die Jurten haben Platz für 4 Betten und verfügen über Strom, einen Heizkörper und einen Ventilator, alles sehr sinnvoll angesichts der hohen Temperaturen tagsüber im Sommer und den kalten Temperaturen nachts in Frühjahr und Herbst. Immerhin liegt der See auf 1.600 m Höhe. Form und Farbe von Mustern und Verzierungen von Teppichen, Wänden und teilweise Möbeln sind authentisch und vermitteln einen weiteren Eindruck der kirgisischen Kultur

Alles überragend in Kirgistan, und speziell entlang des Issy Kul-Sees, ist und bleibt für mich die Natur, die wir über mehr als 100 km entlang des Sees genießen konnten
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