Die Adlerjäger im Tian Shan Gebirge

Gelebte Tradition zum Anfassen: Bis heute betreiben rund 100 Kirgisen die Jagd mit Hilfe von Steinadler-Weibchen zwischen dem Issyk Kul-See und den Tian Shan Bergen, einem perfekt natürlichen Lebensraum für die Adler. Selbstredend tragen die Jäger ihre traditionelle Tracht bei ihrer Jagd und der von Touristen auf diese tollen Motive

Gibt es ein schöneres natürliches Habitat für Steinadler als die Bergketten des Tian Shan Gebirges?

Die Kunst des Jagens mit Adlern wird seit Jahrhunderten vom Meister an den Nachwuchs über Jahre weitergegeben. Für die Flugvorführungen der majestätischen Vögel spielen sie eine wichtige Rolle …

… wenn der Jäger die „Beute“, z.B. das Fell eines Schakals, an einer langen Leine hinter seinem Pferd herzieht, lässt der Auszubildende den Adler von einer Anhöhe in ca. 300 m Entfernung los. Der Vogel steigt, orientiert sich kurz und stößt mit enormer Geschwindigkeit auf die Beute hinab und „krallt“ sie sich

Die Krallen der Adler sind beeindruckend, und der Lederhandschuh des Jägers und seines Schülers haben ihre Berechtigung

Erst aus der Nähe wird klar, dass ein Steinadler nicht einfach braun ist, sondern ein ganz individuelles Federkleid aus vielen Farbnuancen besitzt

Junge Adlerweibchen bleiben bis zu einem Alter von etwa 15 Jahren in der Obhut eines Adlerjägers, bevor sie ausgewildert werden, um in der Natur für die Arterhaltung zu sorgen. Sie werden nach unterschiedlichen Quellen zwischen 30 und 50 Jahren alt, genügend Zeit, um in einer monogamen Beziehung für reichlich Nachwuchs zu sorgen – schönes Beispiel für Nachhaltigkeit

Noch sind Vertrauen und Nähe zu ihrem Jäger, dem Schüler und den Touristen groß, so dass sich die Adler aus der Nähe bewundern lassen. Vor der Auswilderung erfolgt ein stufenweises „Entwöhnungsprogramm“ über etwa 2 Jahre, eine erfolgreiche Praxis

Der Steinadler in seinem Element. Nur für wenige Sekunden steigt er in die Höhe, kreist kurz mit rund 50 km/h, um sich zu orientieren und dann einmal erspähte Beute zu jagen. Dabei zeigt er kurz die ganze Pracht seine Gefieders

Mit Adleraugen hat er seine Beute erspäht und schaltet auf Angriffsgeschwindigkeit um, die um 200 km/ h liegt, je nachdem, ob er aus dem Gleitflug (um 150 km/ h) oder aus großer Höhe heraus im Sturzflug (um 300 km/h) Beute jagt

Adlerjäger kümmern sich nicht nur um Aufzucht, Ausbildung, Jagd und Auswilderung von Steinadlern, sondern auch um Jagdhunde. In Kirgistan sind Taigane populär, ähnlich den afghanischen Windhunden, die oft in kleinen Rudeln zusammen gehalten und dann auch für die Jagd eingesetzt werden

Einmal losgelassen und die Beute im Blick, erreicht der Taigan eine Geschwindigkeit von ca. 60 km/h, manchmal auch noch darüber. Das ist in einer Höhenlage von 2.000 bis 4.000 m, in der sie in den Tian Shan Bergen leben, wegen der dünnen Luft eine bemerkenswerte Leistung

Ästhetisch sind die Taigane, wenn sie wie im Flug bei Höchstgeschwindigkeit ihrer Beute hinterherjagen. Ihre Sprünge können mehr als 5 m weit sein und, wenn es das Gelände erfordert, auch bis zu 2 m hoch, „Hochleistungstiere“ eben

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