Buchara – Ein Stück Geschichte der Seidenstraße

Der zentrale Platz in Buchara, eine der wichtigsten Städte an der Seidenstraße im heutigen Usbekistan ist geprägt vom Poi-Kalyan-Ensemble, dem Kalon Minarett aus dem 12. JH und der Kalon Moschee aus dem 16. JH. Der gesamte historische Stadtkern ist UNSECO Weltkulturerbe

Auf der Rückseite des Komplexes liegt einer von mehreren sogenannten Kuppelbasaren, die sich in Buchara verteilen und sich mit Karawansereien, Moscheen und Koranschulen abwechseln. Sie tragen oft den Namen der hauptsächlichen oder einzigen Warengruppe, die dort verkauft wird, z.B. Schmuck- oder Mützenbasar

Eine besondere Moschee ist die Bolo Hovuz Moschee, auch als 20-Säulen-Moschee bekannt. Sie wurde im 18 JH. erbaut und unterscheidet sich deutlich im Baustil von den früheren Moscheen in ganz Zentralasien

Ihr gegenüber liegt die Ark Zitadelle, von der man aus einen guten Überblick über die heutige Stadt Buchara hat, die sich unterhalb der Wehr-Zitadelle ausbreitet. Oben auf dem Gelände war ab 400 bis 500 vor Christus die ursprüngliche „Stadt in der Stadt“ Buchara angelegt, die heute ansatzweise ausgegraben ist und erklärt, warum man an dieser Stelle die gewaltigen Schutzwälle gebaut hat

Diese „Stadt in der Stadt“ eine befestigte Residenzstadt und diente mehreren Zwecken, z.B. als Regierungssitz der Emire (die weltlichen Führer im Gegensatz zu Mullahs und Imamen) von Buchara aber auch als Kaserne, Münzstätte, Schatzkammer, Gefängnis und Palastanlage

Neben Mustern aus Glaube und Leben der Bevölkerung verzieren Verse aus den 114 Suren des Korans die Wände. Die Farben Rot und Gold sind ähnlich prominent wie im Buddhismus außerhalb Zentralasiens, unterscheiden sich aber wesentlich in ihrer Bedeutung. Die wichtigste Farbe im Islam, Grün, ist in Bauwerken vergleichsweise wenig vertreten

Einem offenen Buch an einer Mondsichel nachempfunden ist die Buchari-Gedenkstätte, die einen berühmten Imam verewigt. Anfang der 2000er Jahre erbaut, ist dieses das jüngste Monument in Buchara

In dem Chashma Ayub Mausoleum befindet sich die Hiobsquelle (Hiob = Ayub im Islam), die der Prophet Hiob der Legende nach durch einen Schlag mit seinem Stock auf den Boden schuf, um die Wasserversorgung Bucharas sicherzustellen. Auch zu sehen ist eine „tragische“ Karte des Aralsees früher und heute. Wo bis ende der 1960-er Jahre ein durchgehender See von 68.000 Quadratkilometern lag, ist heute zum großen Teil mit Pflanzenschutzmittel verunreinigte, salzige Erde. Der verbliebene Kleine Aralsee im Norden misst gerade einmal 10.000 Quadratkilometer – alles eine Folge des Baumwollanbaus

Zurück am zentralen Platz Bucharas, im Innenhof der Kalon Moschee, zu seiner Zeit mit die größte Moschee ihrer Zeit mit Platz für Tausende auf dem imposanten Innenhof

Der achteckige Pavillon an der Stirnseite des Innenhofs gegenüber dem Haupteingang dient als Kanzel

Auch der Pavillon ist reich verziert, allerdings nur in Brauntönen gehalten. Blau fehlt vollständig

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Kleine Säulenhalle im Poi-Kalyan-Ensemble …

… das auch Spuren vom Zahn der Zeit zeigt. Viele Kacheln und Ziegelsteine halten Jahrhunderte, aber irgendwann bekommen sie Risse oder platzen. Um dem Status Weltkulturerbe gerecht zu werden, müssen Originalmaterialien und -techniken verwendet werden, was die Reparaturen oder manchmal auch Sanierungen aufwändig macht

Der Bedarf für Sanierungen und Renovierungen an vielen Sakralbauten ist hoch. Positiv gesehen, wird durch die Verpflichtung zur Verwendung bestimmter Techniken und Materialien zum Erhalt des UNESCO-Weltkulturerbestatus die traditionelle Handwerkskunst von Generation zu Generation weitergegeben

Dann heißt es Abschied zu nehmen, wobei die Sonne zum Ende des Tages noch ein feierliches Licht auf einige der Sehenswürdigkeiten von Buchara wirft

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