
Besuch bei Udinen, von Mausoleen und von Friedhöfen

Das zweistöckige Gebäude des Diri-Baba-Mausoleums wurde 1402 direkt in eine steile Kalksteinfelswand hineingebaut, ähnlich manchen Felsenkirchen und -klöstern im Kaukasus

Kuppeln waren zu der Zeit immer eine Herausforderung für Bauherren. Oft genug stürzten sie später in Folge von Statikfehlern und/ oder Erdbeben ein. Diese ist bis heute erhalten und bedeckt ein im Inneren sehr schlichtes Mausoleum für den mächtigen Sufi-Scheich Diri Baba

Gegenüber der Straße liegt der Qobustan-Friedhof aus dem 15. JH mit vielen verwitterten Gräbern und Grabsteinen für Bewohner der Gegend und für weniger bedeutende Scheichs, sie auf Diri Baba folgten

Vom Friedhof hat man einen besonderen Blick auf das in den Felsen gehauene Mausoleum und die es umgebenden Berge. Die Anlage liegt ca. 100 km entfernt von Baku

Mit einer geschätzten Weltbevölkerung von nur rund 10.000 Menschen bilden die Udinen eine der kleinsten und ältesten ethnischen Minderheiten der Region und sind lebendes Erbe der Kaukasus-Albanier. In der Chotari-Kirche in Nis halten sie in einer uralten, eigenen Sprache, die nur hier noch von den rund 4.000 Einwohnern fließend gesprochen wird, ihre Zeremonien. Auffällig hier: Wenige Fenster, kleine Türen

Durch eine schlichte Tür gelangt man in das Innere der Kirche. Die Religion der Udinen ist zwar stark christlich geprägt ist, aber enthält nach wie vor Elemente der Vorchristenzeit – um 500 vor Christus – wie etwa Mond- und Sonnenkult und Herdfeuer

Die relativ kleine Kirche wird durch im Verhältnis viele Säulen mit Bögen gestützt, weist wenige Fenster auf und wird nur bei geöffneter Tür einigermaßen hell erleuchtet

Das ansonsten schlicht gehaltene Innere der Udinenkirche

Heilige Schriften der Udinen

Tief im Keller sind einige Gebeine früher Heiliger aufgebahrt und durch in den Boden eingelassene Fenster heute noch zu sehen

Unterhalb von Kish, zurück in Sheki, stehe eine gut erhaltene Karawanserei, Übernachtungsmöglichkeit für Händler und ihre Tiere und Lagerplatz für die in beiden Richtungen der Seidenstraße gehandelten Waren

Die Unterkünfte für die Händler waren meistens im ersten Stock, die Tiere und die Waren wurden im Erdgeschoß untergebracht. Der zentrale Platz in der Karawanserei oder ihr Vorplatz wurden oft als Basare genutzt
Comments are closed