Spuren sowjetischer Vergangenheit in Bishkek

Die Hauptstadt Bishkek, wie viele andere Städte und Länder in Zentralasien auch, löst sich mehr und mehr von der sowjetischen Vergangenheit, feiert aber immer noch deren Sieg im „Vaterländischen Krieg“ (2. Weltkrieg) mit dem Siegesdenkmal aus 3 massiven Granitbögen. Diese Bögen tragen das offene runde Dach in Erinnerung an die Kultur der Jurten

Offizielle Zahlen zu den Maßen sind schwierig zu ermitteln, warum auch immer bei einem so wichtigen Denkmal. Näherungen gehen von einer Höhe von ca. 12-15 m und einem Durchmesser von 20-30 m aus

An seinem Fuß brennt eine der ewigen, in ganz Zentralasien anzutreffenden ewigen Flamme in Erinnerung an die Gefallenen des 2. Weltkrieges. Zur Wahrheit gehört auch, dass Denkmäler und ewige Flammen oft noch zu Sowjetzeiten gebaut wurden. Von anderen Relikten trennen sich die nach dem Zerfall der Sowjetunion entstandenen, unabhängigen Staaten leichter

Das Ministerium für Kultur, Jugend und Information ist ein wunderschönes Stück Architektur im fußläufig zu erforschenden weiteren Zentrum von Bishkek

Das Rathaus von Bishkek stammt, wie unschwer zu erkennen, aus der Sowjetzeit (1957) und hat seine Funktion seitdem beibehalten. Die Prunk- und Protzarchitektur war nun einmal typisch bei den Kommunisten und trug den bezeichnenden Namen „Stalinistischer-Empire-Stil“

Auch das staatliche, historische Museum ist ein solcher Prunkbau, hat aber schon eine wesentlich attraktivere Architektur, da es 2021 gründlich modernisiert wurde – ein gutes Signal, die Vergangenheit Stück für Stück hinter sich zu lassen

Die staatliche Philharmonie wurde 1980 gebaut und balanciert außen den späten sowjetischen Baustil und die Erinnerung daran mit dem Inneren, in dem überwiegend traditionelle und moderne kirgisische Schauspiele und Musikstücke aufgeführt werden

Das beeindruckendste Gebäude in Bishkek ist zweifelsfrei die moderne Moschee, die von einem türkischen Architekten mit Mitteln i.H.v. 25 Millionen Dollar aus der Türkei gebaut wurde – im Rahmen der Ausbreitung des Islam nach Zentralasien. Der türkische Präsident hat es sich nicht nehmen lassen, die Moschee höchstpersönlich im Jahr 2018 zu eröffnen. Vom Regen (Kommunismus) in die Traufe (Islam)? Eine Frage, die sich westlichen (oder weltlichen?) Touristen stellt

Im Inneren der Moschee finden 20.000 Gläubige Platz – trotzdem ist der Nachfolger dieser Moschee für 50.000 Muslime schon in Bau, finanziert von einheimischen Geschäftsleuten („Oligarchen“)

Der Innenhof wird zur Zeit aufwändig renoviert, vermittelt aber auch so ein Gefühl für die gewaltige Größe der Anlage

Schier überwältigend ist der Gebetsraum für Männer. Die Kombination von Arkaden, Bögen und schließlich Kuppeln und die reichen Verzierungen begeistern auch Nicht-Muslime

Zurück bei strahlendem Wetter im Regierungsviertel von Bishkek. Der kurze Aufenthalt bei den Wasserspielen war eine willkommene Erfrischung bei knapp 40 °C

Die gewaltige Fahne am Ala Too Platz, dem zentralen Platz in der Hauptstadt Kirgistans, symbolisiert in ihren Strahlen die 40 Stämme des Landes, in der Sonne selbst Licht und Wohlstand, in der Rundung im Zentrum das Dach der Jurten und mit der roten Farbe den traditionellen Mut der frühen kirgisischen Kämpfer

Unterhalb der Nationalflagge findet stündlich die Wachablösung statt. Stechschritt und Ablauf erinnern wieder einmal an die sowjetische Tradition. Nett, das einmal zu sehen, aber irgendwie gar nicht mein Ding

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