Märchencanyon und Buranaturm

Der Märchencanyon mit Blick auf den Issyk Kul-See ist ein weiteres Beispiel für die Schönheit der Natur, die durch Erosion entstehen kann. Während der eigentliche Canyon vor geschätzt über 20 Millionen Jahren entstanden sein soll, sollen in den letzten 2-3 Millionen Jahren die Lehm-, Ton- und Sandsteinformationen durch Wind, Wasser und tektonische Prozesse begonnen haben und bis heute anhalten

Das Kaiserwetter tut ein Übriges für eine fantastische, kurze, aber bei ca. 38 °C anstrengende Besichtigung der bizarren Landschaft

Neben Felsenspitzen treten immer wieder Rippen auf

Aufgrund der Nähe des Issyk Kul-Sees gibt es reichlich bodendeckende Vegetation, die für grüne Farbtupfer zwischen den Brauntönen der Landschaft sorgt

Von den Hügeln im Märchencanyon kann man immer wieder auf den See schauen, eine schöne Kombination unterschiedlicher Landschaftsformen

Auch hier bauen Menschen Türmchen aus Steinen auf, die an chinesische und vor allem japanische Bräuche erinnern. So weit weg ist China nicht: Die Grenze in das Reich der Mitte liegt nur 100 km östlich

Der Burana-Turm auf dem Weg in die Hauptstadt Bishkek ist einer der ältesten Wehrtürme Zentralasiens, der im 1o. oder 11. JH errichtet wurde und ursprünglich über 40 m hoch war. Der Blick in die Landschaft und auf mögliche Bedrohungen muss zig Kilometer weit möglich gewesen sein. Nach einem heftigen Erdbeben brach die obere Hälfte ab

Eine heiße (!) Metalltreppe windet sich einige Meter zum Eingang des Turms hinauf. Über 45 °C im Schatten (wo auch immer der in der Mittagszeit war) machten das Geländer überflüssig – aus Sicherheitsgründen

Nur ganz wenige schafften den Aufstieg im Inneren des Turms auf die Aussichtsplattform. Dunkelheit, Hitze, Enge und Steilheit der Stufen vs einem Liter Wasser im Schatten des Eingangshäuschens waren nicht wirklich eine Alternative für mich

Teil der Museumsanlage sind alte Mühlsteine aus der Stadt Balasagun auf der Seidenstraße und ihrer unmittelbaren Umgebung, deren Blütezeit im 10. – 12. JH lag und im 14. JH unterging. Zu der damaligen Zeit waren Gerste, Weizen und Hirse die wichtigsten Getreide

Die Läufersteine bzw. Mühlwalzen aus Granit hatten früher Achsen aus Metall und „liefen“ auf den flachen Mühlsteinen, um das Getreide zu mahlen. Bohrungen für die Achsen und deren Befestigungen waren vor rund 1.000 Jahren technische Meisterleistungen

Ein Feld aus Grabfiguren und Petroglyphen aus dem ganzen (heutigen) Land rundet das Freilichtmuseum rund um den Burana-Turm ab. Die ältesten Petroglyphen gehen auf das 2. Jahrtausend vor Christus zurück, jüngere bis ins 10. Jahrhundert unserer Zeitrechnung

Die Grabfiguren sind 1.000 bis 1.400 Jahre alt und zeigen überwiegend Männer, deren Gesichter, Instrumente, Waffen usw. möglichst präzise abgebildet wurden

Den Grabsteinen ist gemein, dass sie alle aus einem Stück Felsen gehauen wurden, wobei die harten Gesteinsarten Granit und Winkel- bzw. Flussgestein (ein Mix aus in Flüssen geschliffenen und ausgewaschenen Gesteinen) das Überdauern der Skulpturen über Jahrhunderte sicherte

Einige Figuren sind auch aus Sandstein gehauen und bis heute erhalten geblieben, obwohl das Material weicher ist als die anderen. Die spezifische Mineralisierung des Sandsteins scheint der Schlüssel für dessen Langlebigkeit zu sein

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